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Musiker: Gesang, Gitarre, Schlagzeug & Co.

Musste man vor einigen Jahren noch in ein teures Tonstudio investieren, um seine eigene Musik aufnehmen zu können, ist es heutzutage für wenig Geld möglich mit qualitativ hochwertigen Mikrofonen zuhause zu produzieren. Auch im Live-Bereich finden sich immer wieder ambitionierte Hobbymusiker, die gerne auf ihr eigenes Mikrofon zurückgreifen. Doch welches Mikrofon ist das richtige für mein Instrument? Aufgrund der großen Auswahl an verschiedenen Mikrofonen und der teilweisen Überschneidung von Anwendungsgebieten, soll dieser Artikel nur einen ersten Überblick geben.

Welches Mikrofon für Gesang?

Wer als Sänger oder Sängerin schon einmal live in einem Club gespielt hat, wird sicher die mannigfaltigen Gerüche kennen, die ein nach mehrjährigem Betrieb ohne Reinigung annehmen kann. Nicht erst seit der Coronapandemie gilt folglich, dass die Investition in ein eigenes Mikrofon sinnvoll sein kann. Doch welches Mikrofon für welche Stimme? Dynamisch oder Kondensator? Für eine laute Rock ’n’ Roll Band eignet sich ein filigranes Kondensatormikrofon sicher weniger als für einen loungigen Jazzgesang. Jazz wiederum verlangt nicht automatisch nach einem Kondensatormikrofon, es gibt durchaus dynamische Modelle wie das Audix OM6, die Stimmen sehr natürlich abbilden.

Großmembranmikrofon mit Poppschutz an einem Mikrofonarm
Großmembranmikrofon mit Poppschutz an einem Mikrofonarm

Der wohl wichtigste Aspekt, den man bei der Wahl des Mikrofones beachten sollte, ist der Frequenzgang (engl. frequency response). Wer beispielsweise ein Mikrofon für Hip Hop oder Jazzgesang sucht, sollte auf eine Betonung der Höhen im Bereich zwischen 2 kHz und 5 kHz achten, um eine gute Sprachverständlichkeit zu gewährleisten. Der sogenannte Übertragungsbereich gibt zudem Aufschluss darüber, ob das Mikrofon den gesamten Frequenzbereich überträgt, oder ob es am unteren oder oberen Ende des Spektrums weniger empfindlich reagiert. Ein Shure SM58 beispielweise wird, mit einem Übertragungsbereich von 50 Hz bis 15 kHz, sicherlich nicht so "frisch" und klar klingen wie ein , welches von 20 Hz bis 20 kHz überträgt.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Wahl des Mikrofons ist die Richtcharakteristik. Man sollte sich die Frage stellen, in welcher Umgebung man das Mikrofon einsetzen möchte. Ist man vorrangig im Studio, kann man Mikrofone mit Kugelcharakteristik in seine Auswahl mit einbeziehen, wovon Live eher abzuraten ist. Singt man live in einen Bühnenmonitor? Dann wäre eine Nierencharakteristik zu bevorzugen. Sind es aber zwei Monitore, wäre eine Hyperniere passender.

Welche Mikrofone für ein Schlagzeug?

Allein aufgrund der Menge an einzelnen Instrumenten am Schlagzeug, muss man sich bei der Wahl der Mikrofone ein wenig mehr Gedanken machen. Für Jazz reichen oft zwei Overheadmikrofone und ein Bassdrummikrofon aus, eine laute Rockband braucht in der Regel noch Mikrofone an Snare, Hi-Hat und Toms. Von vielen Herstellern gibt es zusammengestellte in verschiedenem Umfang, hier kann man unter Umständen Geld und einiges an Recherche sparen.

Mikrofone für Bassdrums, wie beispielsweise das Audix D6, verfügen heute oft über einen optimierten Frequenzgang, das heißt sie haben eine Anhebung in den Bässen und oft auch eine leichte Absenkung in den Mitten, da hier oft der "Mulm" einer Bassdrum liegt. Eine Abnahme mit zwei Mikrofonen, einem dynamischen für den tieffrequenten Anteil und einer Grenzfläche für den Attack, wird vor allem Live häufig verwendet.

Snare-Mikrofone sollten robust sein, denn nicht selten geht ein Schlag daneben und kann den Korb des Mikrofones beschädigen. Um die HiHat und die Toms auszublenden, bieten sich hier vor allem die Richtcharakteristiken Niere und Hyperniere an. Gängige Modelle sind das oder das Beyerdynamic M201TG.

Für Toms gibt es verschiedene Modelle mit Clips, wie das Sennheiser e604. Die Befestigung am Kessel der Trommel macht ein Stativ überflüssig. Niere und Hyperniere sind auch hier die häufigsten Richtcharakteristiken.

Overheads und HiHat sind prädestiniert für den Einsatz von Kondensatormikrofonen. Kleinmembrankondensatoren, wie das , sind die kostengünstigste Lösung, aber auch Großmembrankondensatormikrofone (z.B. AKG C414) und Bändchenmikrofone wie das sind hier denkbar.

Welches Mikrofon für Bass, Gitarre und Gitarrenverstärker?

Bei der Abnahme von Gitarrenverstärkern sollte man sich ebenfalls nicht auf einen bestimmten Mikrofontyp limitieren. Dynamische Mikrofone bieten sich ebenso an, wie Kondensatormikrofone oder sogar manches Bändchen. Beachtet werden sollte, dass bei einer Abnahme nah am Verstärker sehr hohe Schalldrücke herrschen können. Man sollte daher bei der Auswahl des Mikrofons auf den maximalen Pegel achten. Manche Modelle, wie das , sind so konstruiert, dass man kein Stativ braucht, sondern das Mikrofon direkt am Kabel über den Verstärker hängen kann.

Akustische Gitarren verfügen häufig über einen Pickup. Ist das nicht der Fall, sollte man aufgrund des vergleichsweise niedrigen Schalldruckpegels zu einem Kondensator- oder Großmembranmikrofon greifen. Ein oder ein Audio-Technica AT 2050 liefern hier sicher sehr gute Ergebnisse.

Will man einen Bass abnehmen, sollte man besonders auf den Frequenzgang des Mikrofones achten, damit die unteren Mitten des Bassverstärkers gut eingefangen werden können. Prinzipiell eignet sich aber fast jedes Gitarrenmikrofon auch für den Bass, besonders wenn man den Bass zusätzlich noch mit einem direkten Signal über eine DI-Box abnimmt. Nicht selten sieht man Bassdrum-Mikrofone wie das am Bass. Der optimierte Frequenzgang mit einer Anhebung der unteren Mitten funktioniert auch für den Bass sehr gut.

Welche Mikrofone für Piano oder Flügel?

Will man ein Piano oder einen Flügel abnehmen, bieten sich mindestens ebenso viele Möglichkeiten wie eingangs für die Sänger*innen erwähnt. Klassisch werden Tasteninstrumente mit zwei Mikrofonen in einem Stereobild aufgenommen. Man versucht hierbei den großen tonalen Umfang der Klaviatur entsprechend einzufangen.

Kondensatormikrofone bieten sich aufgrund ihrer Empfindlichkeit an. Es gibt besondere Modelle mit magnetischen Füßen und flexiblen Schwanenhälsen wie das , die sich ideal auf dem Metallrahmen im Inneren eines Flügels befestigen lassen, so dass man auf ein oder mehrere Stative verzichten kann.

Auch Grenzflächenmikrofone, wie das , bieten sich an. Wenn es auf einer Bühne etwas lauter zugeht, gibt es diverse Pickup-Systeme für Pianos und Flügel, die allerdings eher sehr hochpreisig sind und auf die in diesem Artikel nicht näher eingegangen werden soll.

Welches Mikrofon für Blasinstrumente?

Für die Brass-Sektion einer Band oder die Trompete findet sich eine ebenso große Auswahl an Mikrofonen, die sich teilweise auch für Verstärker, Schlagzeuge oder Stimmen eignen. Live sieht man für Blasinstrumente häufig Funkmikrofone, da so gewährleistet ist, dass das Instrument stets denselben Abstand zum Mikrofon hat und nicht auf die richtige Position geachtet werden muss. Hierfür gibt es spezielle Clips, mit denen sich verschiedene Mikrofonmodelle am Schallstück des Blasinstrumentes befestigen lassen.

Aufgrund des hohen Schalldruckes einer Trompete oder Posaune, greift man eher zu einem dynamischen Mikrofon wie dem . Für leise und eher subtilere Instrumente, wie zum Beispiel eine Klarinette oder eine Flöte, ist ein Kondensatormikrofon wie ein die richtige Wahl.