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Hollyland Lark 150

Es sind die kleinen Details, die den Unterschied zwischen "ganz OK" und "Geheimtipp" machen. Das Hollyland Lark 150 ist so ein Fall und wirkt in vielen Belangen durchdachter als andere, günstige Funkstrecken. Dennoch bietet auch Hollylands Lösung noch Potential nach oben. Doch der Reihe nach.

Was ist im Paket?

Beim Hollyland Lark 150 handelt es sich um eine 2-Kanal-Funkstrecke. Neben den obligatorischen Empfänger und zwei Sendern, die bereits je ein eingebautes Mikrofon besitzen, packt Hollyland zwei Lavalier-Mikrofone, zwei Windpuschel sowie je ein USB-C-Ladekabel und TRS-Klinke-Anschlusskabel für Kameras bei.

Ein Kabel für drei Geräte? Nein. Denn weiterhin enthalten ist ein hochwertiges Ladegehäuse, das neben einem USB-C-Anschluss einen integrierten Akku mit üppigen 3.500 mAh besitzt. Die Sender kommen auf je 200 mAh, der Empfänger auf 530 mAh, was folglich für etwa drei komplette Nachlademanöver reicht.

Hollyland Lark 150: Zwei Sender und ein Empfänger im Ladegehäuse
Hollyland Lark 150: Zwei Sender und ein Empfänger im Ladegehäuse

Nachteil: Sowohl im Gehäuse als auch bei Sender und Empfänger sind die Akkus fest verbaut. Gehen diese ihrem Lebensende entgegen, lässt sich auch die Funkstrecke nur noch eingeschränkt nutzen.

Andererseits hat Hollyland praktisch alle Punkte abgearbeitet, die wir an vergleichbaren Lösungen in der Vergangenheit kritisiert haben: Sender und Empfänger werden magnetisch fixiert, es gibt eine kleine Ablage für Zubehör (Deadcat, Lavalier-Mikrofon o.ä.) und alle Geräte erkennen, in welchem Modus sie sich befinden. So wechselt das Display des Empfängers im Gehäuse automatisch in den Lademodus und zeigt statt Pegeln die Akkustände an.

Die Sender wiederum schalten sich im Gehäuse selbstständig ab. Sprich: Wer beispielsweise mit nur einem Sender arbeitet und wegen eines leeren Akkus von Sender A auf B wechselt, muss nichts weiter tun. Sender A schaltet sich beim Einlegen ins Ladegehäuse ab und lädt, Sender B schaltet sich beim Herausnehmen ein und verbindet sich mit dem Empfänger.

Tonqualität, Reichweite und Akkulaufzeit

Die soeben genannte Konstellation ist dabei kein Gedankenkonstrukt, sondern kann an langen Drehtagen durchaus vorkommen. Denn: Die Sender halten je etwa vier Stunden mit einer Akkuladung, der Empfänger mit sieben bis acht Stunden knapp doppelt so lang.

Geladen sind Sender in etwa 45 Minuten, der Empfänger in knapp über einer Stunde und das Gehäuse in etwa 2 Stunden.

Reichweite

100 Meter Reichweite verspricht Hollyland, im Test waren auch knapp 120 Meter möglich. Wie üblich ist dafür jedoch eine direkte Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger notwendig. Geht die Sichtverbindung verloren, sind eher 40 Meter realistisch. Wände und andere Hindernisse reduzieren die Reichweite weiter.

Aufgrund des eingesetzten 2,4-GHz-Frequenzbands ist die Übertragung zudem störanfällig, wenn andere Geräte auf derselben Frequenz Daten übermitteln. Allseits bekannte Vertreter sind, neben anderen 2,4G-Funkstrecken, vor allem WLAN und Bluetooth. Ein Smartphone mit aktiver Bluetooth-Verbindung zum Kopfhörer oder ein mobiler WLAN-Access-Point können die Reichweite massiv einschränken. Im Extremfall (z.B. Messen mit vielen Menschen und WLAN-Netzwerken) sinkt die Reichweite von 2,4G-Funkstrecken erfahrungsgemäß auf wenige Meter.

Tonqualität

Sehr positiv überrascht waren wir von der Qualität der beigelegten Lavalier-Mikrofone. Der Unterschied zu günstigen Lösungen wie dem Rollei Hear:Me Wireless ist signifikant und selbst deutlich teurere Systeme wie das Sennheiser EW 112P G4 klingen nicht besser. Die in den Sendern integrierten Mikrofone klingen im Vergleich etwas dünner, sind als Notfalllösung aber definitiv zu gebrauchen.

Hollyland Lark 150: Sender und Empfänger im eingeschalteten Zustand
Hollyland Lark 150: Sender und Empfänger im eingeschalteten Zustand

Ein längerer druck auf den linken Drehregler des Empfängers bietet zudem die Möglichkeit zwischen drei Betriebsmodi zu wählen: Mono, Stereo und Safety-Track (50:50-Mix auf beiden Kanälen, rechter Kanal mit -6 dB).

Was fehlt zur echten Profilösung? Die Pegel für Sender und Empfänger lassen sich nicht getrennt einstellen. Für Kanal A und B gibt es jeweils einen Pegel, der den Line-Out am Empfänger regelt.

Fazit

Das ist eine spannende Funkstrecke und ist ein spannender Hybrid aus Einsteierlösungen wie dem Rode Wireless Go und Profi-Systemen wie dem bereits genannten Sennheiser EW100 G4. Insbesondere viele kleine Detail wie die magnetische Halterung im Gehäuse, die Befestigung des Deadcats (siehe Video) oder der Auto-On/Off machen die Arbeit angenehm. Für einen Ladenpreis von ca. 300 Euro kann auch die Lieferumfang mehr als überzeugen.