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Rollei Hear:Me Wireless

Lange Zeit waren Funkstrecken, also die Möglichkeit Ton kabellos vom Mikrofon zur Aufnahmequelle zu übertragen, eine teure Angelegenheit und nur für professionelle Anwender erschwinglich. Spätestens seit Entwickler das 2,4-GHz-Frequenzband auch für Funkstrecken entdeckt haben, sind die Preise im freien Fall. Mit einer UVP von 130 Euro gehört das Rollei Hear:Me Wireless zu den günstigsten Angeboten in Deutschland.

Was ist im Paket?

Wer denkt, dafür würde bei Lieferumfang gespart werden, der irrt. Neben den obligatorischen Empfänger und Sender, der bereits ein eingebautes Mikrofon besitzt, packt Rollei ein Lavalier-Mikrofon, Windschutz, USB-C-Ladekabel sowie gleich drei Anschlusskabel für den Empfänger bei. Je ein Kabel für Geräte mit TRRS-Klinke-Stecker (Smartphone, Tablet o.ä.), Kameras von Canon oder Nikon (TRS-Klinke-Stecker) sowie andere Kameramarken (TRS-Klinke-Stecker mit Impedanz).

Der Sender verfügt, neben dem bereits erwähnten Mikrofon, über einen Anschluss für ein Ansteckmikrofon, zwei Knöpfe (Pairing und Ein/Aus/Mute) und ein kleines Display zur Pegelanzeige. Die Möglichkeit die Empfindlichkeit am Sender einzustellen besteht nicht.

Der Empfänger bietet neben dem Ausgang für das Aufnahmegerät auch noch einen Kopfhörerausgang, um beispielsweise an Kameras ohne entsprechenden Anschluss den abnehmen zu können. Unter dem Ein/Aus/Mute-Knopf befindet sich je ein Knopf für die Lautstärke der Kanäle A und B (links und rechts). Kanal B ist für das Hear:Me Wireless funktionslos, da die Funkstrecke derzeit nicht als Lösung mit zwei Sendern vertrieben wird.

Abseits des Gehäuses scheint es sich um einen Nachbau oder eine Lizenzversion des Comica BoomX-D D1 zu handeln, das optional auch als System mit zwei Sender verfügbar ist (D2).

Tonqualität, Reichweite und Akkulaufzeit

Rollei verspricht 5 Stunden Laufzeit, wir konnten diesen Wert im Test praktisch auf die Minute genau bestätigen. Jedoch: Der Akku ist fest verbaut, lässt sich nicht ohne Weiteres tauschen und die Akkulaufzeit wird über die Ladezyklen abnehmen. Die 5 Stunden sind realistisch, aber nur zu Beginn der Lebenszeit.

Reichweite

Die Reichweite von "bis zu 50 Meter" ist eine konservative Schätzung. Bei freier Sichtachse zwischen Sender und Empfänger konnten wir auch in 80 bis 100 Metern Entfernung noch ein stabiles Signal erreichen, verschwindet der Sender aber beispielsweise auf der Rückseite und verliert den Sichtkontakt zum Empfänger, sind 30-40 Meter realistischer.

Aufgrund des eingesetzten 2,4-GHz-Frequenzbands ist die Übertragung zudem störanfällig, wenn andere Geräte auf derselben Frequenz Daten übermitteln. Allseits bekannte Vertreter sind, neben anderen 2,4G-Funkstrecken, vor allem WLAN und Bluetooth. Ein Smartphone mit aktiver Bluetooth-Verbindung zum Kopfhörer oder ein mobiler WLAN-Access-Point können die Reichweite massiv reduzieren.

Tonqualität

Den günstigen Preis merken Anwender vor allem am Klang. Im Vergleich zu anderen Funkstrecken klingt das Rollei Hear:Me Wireless dünn, sehr bassarm und wenig detailreich. In der Nachbearbeitung lässt sich über Equalizer noch ein wenig verbessern, an die Qualität teurer Systeme kommt man jedoch nicht heran.

Dennoch kann das Rollei Hear:Me Wireless durchaus eine Empfehlung sein. Das Rode Wireless Go ist mittlerweile zwar bereits ab etwa 170 Euro zu haben, jedoch ohne Ansteckmikrofon. Zusammen mit dem Rode Lavalier Go (ca. 60 Euro) liegt der Preis 100 Euro über dem Rollei-Paket.